Der Kritiker
Beschönigt nichts. Benennt die Wahrheit, um die du kreist.
Jede Stimme hat ihren eigenen Ton — direkt oder warm, geduldig oder ungeduldig — und liest nur den Eintrag, den du an den Tisch bringst. Keine von ihnen erinnert sich an die anderen.
Die zehn Stimmen sind Archetypen — wiederkehrende innere Perspektiven aus Psychologie, Erzählkunst und der Arbeit mit dem Internal Family Systems, benannt und mit einem Platz am Tisch versehen. Jede liest nur den Eintrag, den du mitbringst, keine erinnert sich an die anderen, und du wählst, welche du an einem gegebenen Tag befragst.
Beschönigt nichts. Benennt die Wahrheit, um die du kreist.
Sieht die Möglichkeit. Zieht die Zukunft in die Gegenwart.
Listet jedes Risiko auf. Will dich sicher wissen, auch um kleine Preise.
Fragt, wie es dir unter der Frage geht.
Lehnt sich gegen die Regeln auf. Besonders gegen deine.
Bemerkt zuerst die Bedürfnisse aller anderen. Wünscht sich Harmonie.
Spricht das Nein aus, das du hinuntergeschluckt hast.
Hinterfragt, wie die Frage selbst gestellt ist.
Durchsticht allzu großen Ernst mit einem klarsichtigen Augenzwinkern.
Tritt zurück zum langen Bogen. Zum größeren Muster.
Hinter jeder Stimme steht ein kleiner, handgefertigter Prompt — von Hand geschrieben, nicht generiert —, der ihren Ton, ihre blinden Flecken und die Fragen festlegt, die sie gern stellt. Mit Pro kann jede Stimme außerdem eine eigene Vorlesestimme tragen, sodass der Rat, wenn er zurückspricht, nach mehr als einer Person klingen kann; mit Free teilen sich alle Stimmen eine einzige Vorlesestimme.
Du kannst jede Stimme umbenennen — nenn den Kritiker nach einem alten Lehrer, wenn das hilft — und einstellen, wie warm oder wie scharf sie wird. Stimmen können auch für eine Weile schlafen gelegt und später wieder geweckt werden, wenn du bereit bist, sie erneut zu hören.
Das echte Innenleben ist keine saubere Dreiheit. Drei Stimmen sind ein Horoskop; zwanzig sind ein Persönlichkeitstest, den du auf halber Strecke nicht mehr liest. Zehn landen auf der kleinen Lichtung dazwischen — weit genug, um ehrlich zu sein, eng genug, um sie sich zu merken.